Was sind Autoimmunerkrankungen?
Autoimmunerkrankungen sind Krankheiten, die dadurch entstehen, daß das Abwehrsystem des Körpers "allergisch" gegen körpereigenes Gewebe reagiert.
Die wichtigsten Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse sind:
Die Basedow-Erkrankung, die auf einem eigenen Merkblatt beschrieben ist
die Autoimmunentzündungen der Schilddrüse (Autoimmunthyreoditiden). Bei diesen steht die Entzündung der Schilddrüse im Vordergrund. Die wichtigsten Formen sind die Hashimoto-Krankheit und die "postpartale Thyreoiditis", die Wochen bis Monate nach einer Entbindung auftritt.
Was sind Symptome der Autoimmunentzündungen der Schilddrüse?
Typisch für die Autoimmunentzündungen ist ihr wechselhafter Verlauf:
Anfänglich kommt es durch die Entzündung der Schilddrüse zur Freisetzung von bereits produziertem, in der Schilddrüse gespeichertem Schilddrüsenhormon. Dies kann ohne Symptome einhergehen, oder mit den Symptomen einer meist mild ausgeprägten Schilddrüsenüberfunktion, z. B.: Nervosität, Schlafstörungen, Schweißausbrüche, Gewichtsverlust, Durchfälle, Haarausfall.
Sind die Speicher an gebildetem Schilddrüsenhormon erschöpft, so stellt sich wieder eine normale Schilddrüsenfunktion ein.
Bei einem Teil der Patienten führt die entzündungsbedingte Zerstörung der Organfunktion zu einer Schilddrüsenunterfunktion. Diese setzt zumeist sehr allmählich und oft vom Patienten unbemerkt ein und kann sich äußern durch durch Abgespanntheit, Müdigkeit, depressive Stimmung, Kälteempfindlichkeit, Gewichtszunahme trotz verminderten Appetits.
Bei einem Teil der Patienten kann es zu einer schmerzlose Vergrößerung der Schilddrüse (Kropf) kommen. Viele Patienten klagen dann über ein Kloßgefühl im Hals und können enge Kragen oder Halsketten nicht vertragen.
Augensymptome mit Hervortreten der Augen, Augenbrennen oder -tränen. Fremdkörpergefühl und Lichtscheu sind typisch für die Basedow-Krankheit, nicht jedoch für die Autoimmunentzündungen der Schilddrüse.
Wie behandelt man Autoimmunentzündungen der Schilddrüse?
Während der Phase der Schilddrüsenüberfunktion in erster Linie durch Zuwarten oder Gabe von Betablockern, in der Phase der Schilddrüsenunterfunktion nebenwirkungsfrei durch Gabe von Schilddrüsenhormonen.
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Was ist sonst noch zu beachten?
Lassen Sie Ihre Schilddrüsenfunktionslage regelmäßig, mindestens aber einmal pro Jahr kontrollieren. Nur bei wenigen Patienten stellt sich die Schilddrüsenunterfunktion schon nach dem ersten Schub der Erkrankung ein. Auch kann es bei einer erneuten Entzündung zu einer erneuten Phase der Schilddrüsenüberfunktion kommen. Nicht immer werden die Symptome von Ihnen rechtzeitig bemerkt. Eine unbehandelte Schilddrüsenfehlfunktion ist aber auf Dauer schädlich für den Körper.
Im Falle einer Schwangerschaft muss die Schilddrüsenfunktion engmaschiger kontrolliert und die Dosis der Schilddrüsenhormone an den gesteigerten Hormonbedarf in der Spätschwangerschaft angepasst werden (siehe auch separates Merkblatt).
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