Schilddrüsen-Karzinome
Frauen sind 2-3 mal häufiger betroffen als Männer. Die Häufigkeit der Neuerkrankung beträgt 1 - 5 pro 100 000 Einwohner (alterskorrigierte Mortalität 0,5 pro 100 000 Einwohner)
Die Prognose der differenzierten papillären und follikulären sowie medullären Karzinome wird stadienabhängig als günstig beschrieben. Die 10-Jahresüberlebensraten werden für
Therapieverfahren
Operation ist die Behandlung der Wahl für papilläre, follikuläre sowie C-Zellkarzinome der Schilddrüse. Hierbei wird die Schilddrüse nach Möglichkeit vollständig entfernt. Je nach Grad der Erkrankung werden in derselben oder in getrennter Operation auch die Lymphknoten des Halses operativ entfernt.
Radiojod-Therapie bei den differenzierten papillären und follikulären Karzinomen erfolgt im Anschluss an die Operation um eventuell noch vorhandene Schilddrüsenreste sowie möglicher Metastasen zu entfernen. Nur bei papillären Mikrokarzinomen im Tumorstadium pT1N0M0 kann auf die Radiojod-Therapie verzichtet werden.
Normalerweise liegt der Zeitpunkt der ersten Radiojod-Therapie 4 - 6 Wochen nach der Operation. Diese Frist unter Hormonkarenz ist erforderlich um eine maximale endogene TSH-Stimulation zu erzielen. Hierdurch wird sichergestellt, dass das radioaktive Jod optimal in Schilddrüsenresten und Metastasen aufgenommen wird.
Der Patient schluckt auf einer speziell hierzu ausgerüsteten Therapiestation eine Kapsel mit radioaktivem Jod. Das Jod gelangt durch den Magen-Darm-Trakt ins Blut und wird vom Schilddrüsengewebe aufgenommen. Das überschüssige, nicht gespeicherte radioaktive Jod wird bereits in den ersten Stunden über die Nieren mit dem Urin ausgeschieden. Das radioaktive Jod zerfällt in den folgenden Tagen am Ort der Speicherung, wobei es hier zu einer sehr intensive Bestrahlung dieses Gewebes, kaum jedoch des übrigen Körpers, kommt.
In der Regel ist mit einem stationärem Aufenthalt für einen Zeitraum von 3 - 5 Tagen zu rechnen.
Anschließend werden Schilddrüsenhormone in Tablettenform verordnet. Wichtig ist zu wissen, dass die Hormone höher als bei anderen Schilddrüsenerkrankungen dosiert werden müssen. Ziel ist es, dass die Hirnanhangdrüse einen ausreichenden Spiegel an Schilddrüsenhormonen misst und die Ausschüttung von TSH einstellt (ein TSH-Spiegel von < 0,2 µU/ml wird angestrebt.
In anfangs kürzeren, später in längeren Zeitabständen erfolgen je nach Tumorform ("low risk" , "high risk") ambulante und stationäre Kontrolluntersuchungen.
Zu Fragen einer Behandlung oder den Nachsorgeterminen stehen die
Mitarbeiter der Nuklearmedizinischen Klinik unter Rufnummer der 05221-94-2471
(Vorzimmer Dr. Dr. Schröter) zur Verfügung.