Nuklearmedizinische
Klinik, Klinikum Herford
Chefarzt
Dr. med. H. Arlt
Schilddrüse
Schilddrüse und Psyche
Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)
Der lange bekannte Zusammenhang von psychischen Veränderung Psychosyndrom Hormonstörungen wird allgemein durch den Begriff des endokrinen Psychosyndroms beschrieben. Schilddrüsenfunktionsstörungen werden nahezu immer von psychischen Veränderungen begleitet, selten entstehen dadurch echte psychiatrische Erkrankungen.
Hypothyreose
Die Hypothyreose weist ein weites Spektrum an psychischen Störungen auf, von denen depressive Syndrome am bekanntesten sind.
Am häufigsten sind unspezifische Klagen des Patienten über allgemeine Leistungsschwäche, Konzentrationsstörungen, Verlangsamung des Denkens, gedankliche Konfusion, Schwierigkeiten beim Rechnen oder Erfassen von komplexen Zusammenhängen, abnehmende Gedächtnisleistungen (Kurz- und Langzeitgedächtnis), Versagen bei Routineaufgaben.
Das Interesse an der Umgebung nimmt ab. Die Aufmerksamkeit geht zurück. Es tritt eine allgemeine Lethargie auf. Die Sprache ist langsamer, verarmt im Ausdruck. Es kommt zu Perseverationen. Die Patienten legen lange Ruhepausen ein. Schwindel, Störungen der Wahrnehmung, Illusionen, bizarres Verhalten und paranoide Züge kommen vor.
Wenig bekannt sind agitierte Zustände, starke Ängste und Halluzinationen als Symptome einer Hypothyreose sowie hypothyreote psychotische Zustände.
Die Symptome sprechen gut auf eine Substitution der Hypothyreose mit Levothyroxin an.
Auch latente Funktionsstörungen und der Nachweis von TPO-Anti-körpern bei noch im Referenzbereich liegendem TSH sind mit dem gehäuften Auftreten von depressiven Verstimmungen assoziiert.
Unter einer antidepressiven Therapie mit Lithium ist auf die Entwicklung einer Struma (lodid- und
Schilddrüsenhormontherapie) und das mögliche Auftreten einer Hypothyreose (Hemmung der
Hormonfreisetzung) zu achten.