Nuklearmedizinische
Klinik, Klinikum Herford
Chefarzt
Dr. med. H. Arlt
Schilddrüse
Schilddrüse und Herz
Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)
Die kardiale Funktion ist durch eine um ca. 30 % reduzierte Auswurfleistung bei abnehmendem Schlagvolumen und reduzierter Herzfrequenz gekennzeichnet, der periphere Widerstand nimmt zu, die Zirkulation des Blutes ist verlangsamt (kalte Extremitäten). Der Sauerstoffverbrauch ist herabgesetzt.
Die klinische Symptomatik ist oft unscheinbar: Ermüdbarkeit, verminderte körperliche Belastbarkeit, Belastungsdyspnoe.
Im fortgeschrittenen Stadium besteht eine Herzinsuffizienz mit Ödembildung. Die kardialen Ödeme sind im Gegensatz zum Myxödem eindrückbar. Differenzialdiagnostisch ist ein bei Hypothyreose ebenfalls häufig anzutreffender Perikarderguss abzugrenzen.
Bis zu 20 % der Patienten mit Hypothyreose weisen aufgrund eines erhöhten Gefäßwiderstandes bei erniedrigtem Renin und Aldosteron eine arterielle Hypertonie (erhöhte diastolische Werte) auf, bei schweren Hypothyreosen bestehen dagegen eher hypotone Werte.
Das Arterioskleroserisiko ist bei Hypothyreose erhöht.
Die Veränderungen des Fettstoffwechsels, die teilweise bereits bei subklinischer Funktionsstörung in geringer Ausprägung nachweisbar sind, betreffen einen Cholesterinanstieg, ungünstiges Verhältnis von HOL zu LDL-Cholesterin, LP(a)-Anstieg.
Ein Anstieg des Enzyms Kreatinkinase (CK-MM) und der LDH ist durch CK-Erhöhung die hypothyreote Myopathie bedingt, selten kann auch die CK-MB-Frak-tion erhöht sein.
Therapeutisch spricht ein Perikarderguss gut auf eine Levothyroxintherapie an und muss in der Regel nicht durch eine Punktion entlastet werden. Bei hypothyreosebedingter Hypertonie kommt es nach Thyroxingabe zu einem Abfall des Blutdrucks.
Das Neuauftreten einer Angina pectoris nach Beginn der Levothyroxingabe kann auf eine bisher durch den
reduzierten Sauerstoffverbrauch maskierte koronare Herzerkrankung hinweisen und erfordert eine weitere, auch
invasive Abklärung, die gleichzeitig die Möglichkeit einer therapeutischen Intervention bietet. Symptomatisch kann bei
guter Pumpfunktion Propranolol gegeben werden.