Nuklearmedizinische
Klinik, Klinikum Herford
Chefarzt
Dr. med. H. Arlt
Schilddrüse
Schilddrüse und Schwangerschaft
Post-partum-Thyreoiditis
Mit einer Häufigkeit von bis zu 10 % ist in der Postpartalzeit mit dem Auftreten einer Post-partum-Thyreoiditis zu rechnen. Die überwiegende Zahl der Erkrankungen verläuft milde und klinisch symptomlos.
Ursächlich liegt eine selbstlimitierende Autoimmunreaktion zugrunde. Der Verlauf ist ein- oder zweiphasig mit einer milden initalen hyperthyreoten Phase (2-3 Monate), bedingt durch die verstärkt Ausschüttung von Schilddrüsenhormonen aus zerstörten Schilddrüsenfollikeln und anschließender, ebenfalls vorübergehender Hypothyreose.
Die Prognose ist gut, mit folgenloser Ausheilung innerhalb von 3 bis 12 Monatern. Nur bei ca. 5 % der Fälle bleibt die Hypothyreose bestehen.
Die Verdachtsdiagnose ergibt sich aus dem typischen Manifestationszeitpunkt. E findet sich häufig ein geringgradiger Anstieg der TPO-Ak und seltener de TSH-R-Ak.
Differenzialdiagnostisch sind
eine durch die Schwangerschaft exazerbierte Autoimmunthyreoiditis (vorbestehende Erkrankung, hohe TPO-Ak-Titer, Verlaufsbeobachtung;
ein Morbus Basedow (erhöhter Technetium-Uptake) und
eine Thyreoiditis de Quervain (Schmerzhaftigkeit, BKS-Beschleunigung) abzugrenzen.
Therapeutisch wird bei der Post-partum-Thyreoiditis in der hyperthyreoten Phase eine symptomatische Therapie mit Betabiockern durchgeführt. Thyreostatika sind nicht indiziert, da sie die destruktionsbedingte Hormonausschüttung nicht verhindern können.
Im Falle der Hypothyreose wird eine bedarfsgerechte Substitution mit Schilddrüsenhormonen eingeleitet, mit Auslassversuch kann nach der zu erwartenden Erholungszeit von 3-6 Monaten erfolgen.