Nuklearmedizinische
Klinik, Klinikum Herford
Chefarzt
Dr. med. H. Arlt
Schilddrüse
Schilddrüse und Schwangerschaft
Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)
Bei vorbestehender primärer Hypothyreose wird erfahrungsgemäß aufgrund des Mehrbedarfs an Schilddrüsenhormonen während der Schwangerschaft bei vielen Patientinnen eine Steigerung der Substitutionsdosis (im Durchschnitt um 50 µg/d) notwendig.
Auch kann es durch die Belastung der Schwangerschaft zur Manifestation einer vorher nicht oder nur latent vorhandenen Hypothyreose, meist auf dem Boden einer Autoimmunthyreoiditis, kommen.
Die Dosisfestlegung erfolgt individuell anhand der Kontrolle von TSH (normales TSH anstreben) und fT4.
Die gute (euthyreote) Einstellung der Schilddrüsenstoffwechselage in der Schwangerschaft ist wichtig, da erhöhte TSH-Spiegel der Mutter während der Schwangerschaft (subklinische oder manifeste Hypothyreose) mit einer anhaltenden irreversiblen kognitiven Beeinträchtigung des Kindes in Verbindung gebracht werden.
Das TSH sollte am Anfang der Schwangerschaft - bei geplant Schwangerschaft schon präkonzeptionell - bestimmt werden und später alle 1-2 Monate im Verlauf bzw. zur Beurteilung der Dosiskorrektur.