Nuklearmedizinische
Klinik, Klinikum Herford
Chefarzt
Dr. med. H. Arlt
Schilddrüse
Therapie des Schilddrüsenkarzinoms
Zur Behandlung des Schilddrüsenkarzinoms stehen hervorragende Therapiemöglichkeiten zur
Verfügung. Die Heilungschancen sind weitaus günstiger als bei anderen epithelialen Karzinomen.
Die Prognose der Patienten ist in den meisten Fällen als sehr gut einzustufen.
Wichtig ist eine enge interdisziplinäre Kooperation von Hausarzt, Endokrinologen, Chirurg und
Nuklearmediziner.
Die wesentlichen Säulen der Therapie des Schilddrüsenkarzinoms sind:
die totale Thyreoidektomie als Primärmaßnahme,
Radioiodtherapie als anschließende Maßnahme zur Ablation des Restgewebes,
TSH-suppressive Levothyroxintherapie zur Unterdrückung eines erneuten Tumorwachstums und ggf.ergänzende Therapieverfahren mit eingeschränkter Indikation (perku-tane Radiatio, Chemotherapie).
Die primäre Therapiemaßnahme stellt in jedem Falle der chirurgische Eingriff dar, der im Regelfalle mit Ausnahme des papillären Mikrokarzinoms eine totale Thyreoidektomie beinhaltet.
An die Thyreoidektomie schließt sich bei Patienten mit differenziertem Schilddrüsenkarzinom im Abstand von 4-6 Wochen eine Radioiodtherapie zur Ablation von noch verbliebenen Geweberesten an.
Die medikamentöse Therapie mit Levothyroxin dient der hormonellen Substitution und der Unterdrückung eines erneuten Tumorwachstums. Sie wird individuell in TSH-suppressiver Dosierung (Ausnahme: medulläres Schilddrüsenkarzinom) eingestellt.
Eine Chemotherapie ist bei differenziertem Schilddrüsenkarzinom bei den zur Verfügung stehenden sehr
effektiven Therapieverfahren (Operation, Radioiodtherapie, Levothyroxintherapie) und der sehr guten
Prognose der Erkrankung primär nicht indiziert. Sie kommt nur in Ausnahmefällen in Betracht.
Die perkutane Nachbestrahlung beschränkt sich auf entdifferenzierte bzw. ausgedehnte Tumoren.