Nuklearmedizinische
Klinik, Klinikum Herford
Chefarzt
Dr. med. H. Arlt
Schilddrüse
Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)
Definition
Die Hypothyreose kann als eine verminderte Wirkung der Schilddrüsenhormone an deren Zielorganen
definiert werden. Je nach Ausmaß des hormonellen Defizits ergibt sich ein breites Krankheitsspektrum.
Es reicht von der latenten oder subklinischen Hypothyreose, die lediglich an einem gestörten Regelkreis
mit erhöhtem TSH bei noch kompensierter Hormonlage erkennbar ist, bis hin zur manifesten
Hypothyreose mit Abfall der freien Hormonkonzentrationen und dem seltenen Extremfall des
hypothyreoten Komas .
Epidemiologie
Die Hypothyreose ist eine häufige Erkrankung, die mit dem Lebensalter zunimmt. Frauen erkranken etwa 4-mal häufiger als Männer. Die Prävalenz in der Bevölkerung wird auf 1-3 % manifeste und 6-10 % subklinische Hypothyreosen geschätzt.
Ursachen
Der Symptomenkomplex der Hypothyreose entsteht meist durch eine nicht bedarfsdeckende Synthese und Sekretion von Schilddrüsenhormonen. Ein ungenügendes Ansprechen der Zielorgane (Resistenz-syndrome) in Anwesenheit ausreichender Schilddrüsenhormonmengen kommt selten vor.
Mögliche Ursachen der Hypothyreose
primäre Hypothyreose
Angeborene Fehlbildungen, Schilddrüsenagenesie, -aplasie, -dysplasie
dystope Lage (i. B. Zungengrundstruma) lodverwertungsstörungen
Defekte des lodidtransporters, der Schilddrüsenperoxidase, Thyreoglobulinsynthese,
lodthyreosylkopplungsreaktion, Deiodase, Thyreoglobulinfreisetzung
Transiente Hypothyreose bei Säuglingen
bei M. Basedow der Mutter, durch diaplazentare Übertragung von mütterlichen, funktionell blockierenden TSH-Rezeptorantikörpern
lodmangel
lodexzess
Medikamente Autoimmunthyreoiditis
atrophische Form (Autoimmunthyreoiditis)
hypertrophische Form (Hashimoto-Thyreoiditis)
subakute Thyreoiditis de Quervain
Post-partum-Thyreoiditis
Silent-Thyreoiditis
Riedel-Struma
Z. n. Strumaresektion
Z. n. Radioiodtherapie (auch als Spätmanifestation nach 10 Jahren)
Z. n. Bestrahlung (Spätfolge Autoimmunthyreoiditis)
Medikamenteneinnahme (Thyreostatika, Lithium, Interferon, Amiodaron)
Strumigene Substanzen
Extremer lodmangel
Seltene Erkrankungen der Schilddrüse
•Amyloidose, Sarkoidose, Lymphome, andere Tumoren
Sekundäre Hypothyreose
Erkrankungen der Hypophyse: HVL-lnsuffizienz, Hypophysentumoren, Hypophysitis
Tertiäre Hypothyreose
Erkrankungen des Hypothalamus
Resistenzsyndrome
Schilddrüsenhormonresistenz-Syndrome