Nuklearmedizinische
Klinik, Klinikum Herford
Chefarzt
Dr. med. H. Arlt
Schilddrüse
Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)
Nebenwirkungen der Radiojodtherapie
Hypothyreoserate bei unifokaler Autonomie ca. 5-10%, bei ausgedehnter Autonomie und Morbus Basedow über Jahre ansteigende Frequenz (ca. 5 % pro Jahr) auf bis zu 80 %. Neben der früh auftretenden Hypothyreose kommen auch Spätmanifestationen der Hypothyreose nach 5-10 Jahre zurückliegender Radioiodtherapie vor. Es sind daher jährliche Kontrolluntersuchungen angezeigt.
Verschlechterung einer Trachealobstruktion bei vorbestehender Tracheomalazie (ggf. Durchführung der Radioiodtherapie unter Schutzmedikation mit Kortikosteroiden)
Verschlechterung einer endokrinen Orbitopathie (15-30%)
=> Steroidprophylaxe (Prednisolon 30-50 mg/d in absteigender Dosis über ca. 6 Wochen)
Auslösung einer thyreotoxischen Krise nur bei florider Hyperthyreose und ungenügender medikamentöser Vorbehandlung zu befürchten
Auslösung einer immunogenen Hyperthyreose (Morbus Basedow) nach Therapie einer Autonomie der Schilddrüse (selten, einzelne Fallberichte)
Strahlenthyreoiditis (< 10 % der Fälle),
Therapie: Eiskrawatte und Antiphlogistika, in schweren Fällen Prednisolon 20-50 mg/d
Sialadenitis, Vorbeugung durch Kauen saurer Drops
Gastritis und Magenschleimhautirritationen bei niedrigen Dosen kaum zu erwarten
Hypoparathyreoidismus, bei niedrigen Dosen nicht zu erwarten
Mutagene Effekte sind bei der Behandlung gutartiger Schilddrüsenerkrankungen nicht nachgewiesen
Die Inzidenz von Schilddrüsenkarzinomen und anderen Malignomen einschließlich Leukämien ist nach Ergebnissen von Nachbeobachtungen nicht nachweislich erhöht. Ein minimales theoretisches Risiko in einer Größenordnung von 1:10 000 ist nicht auszuschließen. Ein genetisches Risiko wurde nicht gefunden.
Allerdings sollten gebärfähige Frauen ist auf eine wirksame Kontrazeption für 1/2-1 Jahr achten.