Nuklearmedizinische
Klinik, Klinikum Herford
Chefarzt
Dr. med. H. Arlt
Schilddrüse
Schilddrüsenüberfunktion
Auswirkung der subklinische Hyperthyreose
Die metabolischen Veränderungen bei der subklinischen Hyperthyreose haben in den letzten 5-10 Jahren
eine neue Bewertung erfahren.
Eine Arbeit von Parle et al. führte dazu, dass ein allgemeines Umdenken in der Thyreologie begann: die
Autoren fanden in einer 10Jahre dauernden Kohorten-Studie, dass Patienten mit endogen
supprimierteTSH (<0,5) eine im Durchschnitt 2-3fach höhere Mortalität aufwiesen.
Die Auswirkungen der typischerweise leicht erhöhten Gewebskonzentrationen der Schilddrüsenhormone bei der subklinischen Hyperthyreose sind vielfältig und können - gerade bei vorgeschädigtem Herzen - zu einer kardiopulmonalen Dysfunktion und evtl. zur Dekompensation führen.
Auswirkungen der subklinische Hyperthyreose auf Herz, Kreislauf, Lunge:
Herz:
Tachykardiehöhere Erregungsleitungs-Geschwindigkeit, erhöhter Sauerstoffverbrauch,Steigerung des Herz-Minutenvolumens,
Zunahme der Ventrikeldicke,verkürzte Relaxationszeit des Ventrikels,supraventrikuläre Exrtasystolien,
Vorhofflimmern, kardiale Dekompensation
Kreislauf:
Dilatation des peripheren Gefäßsystems, erhöhter Sauerstoffverbrauch der Gewebe,
herabgesetzter arterieller Widerstand, erhöhter Venentonus, Verkürzung der Kreislaufzeit,
Thromboembolien
Lunge: Erhöhung von Atemminutenvolumen und Atemfrequenz bei Belastung,
Verminderung die anaerobe Schwelle Reduktion der maximalen Sauerstoffaufnahme
Besonders zu erwähnen sind die Herzrhythmusstörungen, wobei ältere Patienten mit Autonomie sehr viel häufiger Vorhofflimmern (Inzidenz bis zu 43%) als Patienten mit Morbus Basedow (Inzidenz ca. 10%) entwickeln. Außerdem haben die subklinisch hyperthyreoten Patienten vermehrt supraventrikuläre Extrasystolen (SVES): auch dies findet man häufiger bei den Patienten mit Autonomien als bei Patienten mit Morbus Basedow.
Bei über 60-jährige Patienten, die ein erniedrigtes TSH aufwiesen, besteht ein dreifach höheres Risiko für
ein Vorhofflimmern.