Nuklearmedizinische
Klinik, Klinikum Herford
Chefarzt
Dr. med. H. Arlt
Schilddrüse
Generalisierte Schildrüsenhormonresistenz Syndrom - TSH-produzierender Hypophysentumor
Differenzialdiagnose:
Schilddrüsenhormonresistenz-Syndrome können je nach Art des Defektes bei gleicher Laborkonstellation (TSH normal oder erhöht, fT4 und fT3 erhöht) einhergehen mit überwiegend
• klinisch euthyreoter Stoffwechsellage (generalisierte Schilddrüsenhormonresistenz),
• klinisch hyperthyreoter Stoffwechsellage (partielle hypophysäre Schilddrüsenhormonresistenz) oder
• klinisch hypothyreoter Stoffwechsellage (partielle periphere Schilddrüsenhormonresistenz).
Generalisierte Schilddrüsenhormonresistenz: TSH-produzierender Hypophysentumor (TSHom)
Klinische Beurteilung: Euthyreose bis (milde) Hyperthyreose
Kombination mit Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom
Kombination mit anderen Hypophysenerkrankungen (z. B. Akromegalie) oder HVL-Insuffizienz
Hereditäre Erkrankung überwiegend autosomal-dominanter Erbgang
Familienanamnese: leer
Sonographie: häufig Struma
Laborwerte: fT4 und fT3 erhöht TSH inadäquat (normal oder erhöht) alpha-Subunit nicht erhöht Verhältnis alpha-Subunit/TSH normal
Laborwerte: fT4 und fT3 erhöht TSH inadäquat (normal oder erhöht) alpha-Subunit häufig erhöht evtl. andere Hypophysenhormone erhöht oder erniedrigt (komplette HVL-Funktionstestung).
Meist deutlicher TSH-Anstieg nach TRH-Gabe, TSH meist nicht mit TRH zu stimulieren, TSH durch exogene Schilddrüsenhormongabe zu senken, jedoch nicht zu supprimieren.
T3-Suppressionstest (Gabe von 80-200 ug/d T3 für 1 Woche mit anschließendem TRH-Test): TSH-Stimulation weiter erhalten (nicht bei Gesunden) fehlender Anstieg des Grundumsatzes und des Ferritins und fehlender Abfalls von Cholesterin, Triglyzeriden und Kreatinkinase kein signifikanter TSH-Abfall durch T3-GabeMolekulargenetischer Nachweis einer T3-Rezeptormutation.
Nachweis eines Hypophysenadenoms im MRT (häufig Makroadenom) mit Untersuchung von FamilienangehörigenTherapie bei Schilddrüsenhormonresistenz.
Individuelle Therapiefestlegung durch einen Spezialisten in Abhängigkeit von der klinischen Einschätzung der Stoffwechsellage. Euthyreose bei generalisierter Schilddrüsenhormonresistenz
Levothyroxinbehandlung zur Absenkung des erhöhten TSH und Verhinderung eines Strumawachstums Hypothyreose bei peripherer Schilddrüsenhormonresistenz Schilddrüsenhormonsubstitution mit Levothyroxin oder in bestimmten Fällen Triiodthyronin Hyperthyreose bei hypophysärer Schilddrüsenhormonresistenz A
blative Schilddrüsentherapie Propanolol 60-240 mg/Tag Trijodthyronin 25-80 µg/Tag