Die nachfolgenden Behandlungsgrundsätze orientieren sich an den aktuellen Leitlinien:
Maligne
Schilddrüsentumoren. Interdisziplinäre Leitlinie der Deutschen
Krebsgesellschaft und der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie
(Informationszentrum für Standards in der Onkologie-ISTO): Kurzgefasste
interdisziplinäre Leitlinie 2000 BII, S. 92 ff
Leitlinie zur Radioiodtherapie (RIT) beim differenzierten Schilddrüsenkarzinom. Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Nuklearmedizin. Nuklearmedizin 38, 1999; S. 221 ff.
Inzidenz
Die
malignen Schilddrüsentumore zählen mit einem Anteil von 0,5% - 2% an allen
diagnostizierten bösartigen Geschwülsten zu den seltenen Krebserkrankungen. So
steht das Schilddrüsenkarzinom in Deutschland bei Frauen an 13.
und bei Männern an 20.
Stelle der Inzidenzraten maligner Tumoren. Die restlichen 5-15% entfallen auf die anaplastischen Schilddrüsenkarzinome,
während Sarkome, maligne Hämangioendotheliome, maligne Lymphome und Metastasen
extrathyreoidaler Tumoren extrem selten gefunden werden.
Das mittlere Lebensalter zum Zeitpunkt der Diagnose liegt zwischen 45 und 50
Jahren.
Das Schilddrüsenkarzinom betrifft Frauen zwei- bis viermal so häufig wie Männer,
trotzdem sind Schilddrüsenknoten bei Männern und insbesondere bei Kindern und
Jugendlichen häufiger maligne.
Die von den Thyreozyten ausgehenden follikulären und papillären Karzinome
machen dabei 80-90% aller malignen Schilddrüsentumore aus
Weitere
5% der Tumoren von den parafollikulären (medullären
Schilddrüsenkarzinome
)Zellen
aus (bei
den medullären Karzinomen wird der Anteil hereditärer Formen mit 20%
angegeben, familiäre nicht medulläre Schilddrüsenkarzinome sind hingegen
selten).
Die
jährlichen Inzidenzraten für das differenzierte Schilddrüsenkarzinom liegen für
Frauen zwischen 2,0 und 3,8 pro 10000 Einwohner und für Männer bei 1,2 bis 2,6
pro 10000 Einwohner, variieren aber abhängig von untersuchter Region und Bevölkerungsgruppe
teilweise erheblich.
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