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Behandlungsgrundsätze Schilddrüsenkarzinom

Die nachfolgenden Behandlungsgrundsätze orientieren sich an den aktuellen Leitlinien:


Nachsorge:

Nachsorge bei differenzierten Karzinomen  

Die Nachsorge differenzierter Schilddrüsenkarzinome sollte risikoorientiert und lebenslang durchgeführt werden. Das in der Nuklearmedizinischen Klinik im Klinikum Kreis Herford durchgeführte Nachsorge-Schema entspricht den Empfehlungen der Nuklearmedizinischen Klinik der MH-Hannover.

Die 131-Iod Ganzkörperszintigrafie erfolgt 3-4 Monate nach der Radioiodtherapie sowie 1 Jahr danach. Die Ganzkörperszintigraphie erfolgt in Hypothyreose (TSH > 30 mU/l) 2-4 Tage nach Applikation von 100- 300 MBq I-131.

Nachsorge bei medullärem Karzinom:

Nach Operation eines medullären Karzinoms muß eine hereditäre Form durch Familienscreening belegt oder ausgeschlossen werden und beim betroffenen Patienten die Suche nach assoziierten Endokrinopathien (Phaeochromozytom, primärer Hyperparathyreoidismus) erfolgen.

Die Nachsorge bei medullärem Karzinom schließt in der Verlaufskontrolle die Bestimmung des Calcitoninspiegels und des CEA-Werts im Serum ein. Bei Anstieg der Tumormarker kann die weitere Abklärung durch F-18-FDG-PET oder In-111-Octreotid-Szintigraphie erfolgen.


Medikamentöse Therapie:

Bei papillärem und follikulärem Karzinom erfolgt die Gabe von Levothyroxin in TSH-suppressiver Dosierung (basaler TSH-Spiegel 0,1 - 0,2 mU/l bzw. niedrig normal bei nicht differenziertem Karzinom) lebenslang. Die Schilddrüsenhormongabe beginnt bereits 2-3 Tage nach Gabe der I-131 Aktivität zur Schilddrüsenablation, also in der Regel noch unter stationären Bedingungen.

Bei medullärem Karzinom und anaplastischem Karzinom ist die Substitutionsdosis richtig gewählt, wenn das basale TSH im Normbereich liegt, sie beginnt postoperativ. Erfahrungs­wert: Ca. 150µg - 200µg Levothyroxin pro Tag.

Liegt postoperativ ein Hypoparathyreoidismus vor, wird eine Kombinationstherapie mit Kalzium (0,5-2,0 g/Tag) und Vitamin D3 oder Vitamin D-Metaboliten bzw. Analoga (Dihydrotachysterol) erforder­lich. Die Tagesdosis für Vitamin D3 beträgt 1,0-5,0 mg. Wesentlich besser steuerbar ist Calcitrol (0,25-2,0 ug/Tag). Therapieziele sind Beschwerdefreiheit (z. B. Fehlen von Tetanien), ein Serumcalcium im unteren Normbereich, ein normwertiges Phosphat und das Vermeiden einer Hyperkalzurie (Gefahr von Nephrokalzinose und Nephrolithiasis). In schwierigen Fällen kann die Gabe von Magnesium und evtl. von einem Thiaziddiuretikum sinnvoll sein.

Laborkontrollen erfolgen initial wöchentlich, später alle 3-6 Monate. 


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