Die nachfolgenden Behandlungsgrundsätze orientieren sich an den aktuellen Leitlinien:
Maligne
Schilddrüsentumoren. Interdisziplinäre Leitlinie der Deutschen
Krebsgesellschaft und der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie
(Informationszentrum für Standards in der Onkologie-ISTO): Kurzgefasste
interdisziplinäre Leitlinie 2000 BII, S. 92 ff
Leitlinie zur Radioiodtherapie (RIT) beim differenzierten Schilddrüsenkarzinom. Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Nuklearmedizin. Nuklearmedizin 38, 1999; S. 221 ff.
Die Nachsorge
differenzierter Schilddrüsenkarzinome sollte risikoorientiert und lebenslang
durchgeführt werden. Das in der Nuklearmedizinischen Klinik im Klinikum Kreis
Herford durchgeführte Nachsorge-
Die 131-Iod
Ganzkörperszintigrafie erfolgt 3-4 Monate nach der Radioiodtherapie sowie 1
Jahr danach. Die Ganzkörperszintigraphie erfolgt in Hypothyreose (TSH > 30
mU/l) 2-4 Tage nach Applikation von 100- 300 MBq I-131.
Nachsorge bei medullärem Karzinom:
Nach Operation
eines medullären Karzinoms muß eine hereditäre Form durch Familienscreening
belegt oder ausgeschlossen werden und beim betroffenen Patienten die Suche nach
assoziierten Endokrinopathien (Phaeochromozytom, primärer
Hyperparathyreoidismus) erfolgen.
Die Nachsorge
bei medullärem Karzinom schließt in der Verlaufskontrolle die Bestimmung des
Calcitoninspiegels und des CEA-Werts im Serum ein. Bei Anstieg der Tumormarker
kann die weitere Abklärung durch F-18-FDG-PET oder
In-111-Octreotid-Szintigraphie erfolgen.
Medikamentöse
Therapie:
Bei papillärem
und follikulärem Karzinom erfolgt die Gabe von Levothyroxin in TSH-suppressiver
Dosierung (basaler TSH-Spiegel 0,1 - 0,2 mU/l bzw. niedrig normal bei nicht
differenziertem Karzinom) lebenslang. Die Schilddrüsenhormongabe beginnt
bereits 2-3 Tage nach Gabe der I-131 Aktivität zur Schilddrüsenablation, also
in der Regel noch unter stationären Bedingungen.
Bei medullärem
Karzinom und anaplastischem Karzinom ist die Substitutionsdosis richtig gewählt,
wenn das basale TSH im Normbereich liegt, sie beginnt postoperativ. Erfahrungswert:
Ca. 150µg - 200µg Levothyroxin pro Tag.
Liegt
postoperativ ein Hypoparathyreoidismus vor, wird eine Kombinationstherapie mit
Kalzium (0,5-2,0 g/Tag) und Vitamin D3 oder Vitamin D-Metaboliten bzw. Analoga (Dihydrotachysterol)
erforderlich. Die Tagesdosis für Vitamin D3 beträgt 1,0-5,0 mg. Wesentlich
besser steuerbar ist Calcitrol (0,25-2,0 ug/Tag). Therapieziele sind
Beschwerdefreiheit (z. B. Fehlen von Tetanien), ein Serumcalcium im unteren
Normbereich, ein normwertiges Phosphat und das Vermeiden einer Hyperkalzurie
(Gefahr von Nephrokalzinose und Nephrolithiasis). In schwierigen Fällen kann
die Gabe von Magnesium und evtl. von einem Thiaziddiuretikum sinnvoll sein.
Laborkontrollen erfolgen initial wöchentlich, später alle 3-6 Monate.
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