Die nachfolgenden Behandlungsgrundsätze orientieren sich an den aktuellen Leitlinien:
Maligne
Schilddrüsentumoren. Interdisziplinäre Leitlinie der Deutschen
Krebsgesellschaft und der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie
(Informationszentrum für Standards in der Onkologie-ISTO): Kurzgefasste
interdisziplinäre Leitlinie 2000 BII, S. 92 ff
Leitlinie zur Radioiodtherapie (RIT) beim differenzierten Schilddrüsenkarzinom. Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Nuklearmedizin. Nuklearmedizin 38, 1999; S. 221 ff.
Genetik:
Familiäres Medulläres Schilddrüsenkarzinom (FMTC)
Etwa
25% aller MTC sind familiär, es besteht ein autosomal-dominanter Erbgang mit
altersabhängiger, hoher Penetranz mit häufiger Manifestation des multiplen
endokrinen Neoplasie-Syndrom 2 (MEN-2). Die Erkrankung ist durch Missense
Mutationen im RET-Gen bedingt. Das Erkrankungsalter korreliert deutlich mit der
jeweiligen Position der Mutationen im
RET-Gen Die familiäre Mutationsanalyse dient sowohl zur Bestätigung der Diagnose, zur
Risikoabschätzung, als auch prädiktiv bei (klinisch unauffälligen)
Risikopersonen als Grundlage der Therapie-Entscheidung. Eine Mutationsanalyse
ist grundsätzlich auch bei jedem Patienten mit „sporadischem“ MTC
erforderlich, da ein negatives Ergebnis sowohl FMTC als auch ein
präsymptomatisches MEN-2A Syndrom ausschliesst.
Bei Verdacht auf FPTC oder FMTC wird eine genetische Familienberatung empfohlen.
Familiäres
Papilläres Schilddrüsenkarzinom (FPTC)
Eine
positive Familienanamnese liegt bei 3-6% aller PTC-Patienten vor. Der Erbgang
ist autosomal dominant mit variabler Penetranz, so dass in der Regel weniger als
50% der Verwandten 1. Grades betroffen sind. Es besteht eine genetische
Heterogenität, ein spezifisches Gen konnte bisher nicht isoliert werden.
Wichtige Assoziationen sind FPTC und multinoduläre Struma (MNG), sowie FPTC und
familiäre Polyposis Coli (FAP). Bei 1-2% aller FAP-Familien mit Exon-15
Mutationen im APC-Gen (ausschliesslich Frauen im Alter zwischen 15 und 40
Jahren) findet sich ein PTC. Diagnostische Kriterien für FPTC:
1.
PTC bei 2 oder mehr Verwandten ersten Grades
2.
MNG bei zumindest drei Verwandten ersten und zweiten Grades eines PTC Patienten
3.
PTC bei Patienten unter 33 Jahren
Sekundäre
Kriterien: Tumorstadium T4, Metastasen (N1, M1), familiäre Häufung von
Schilddrüsenerkrankungen im Adoleszenzalter.
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