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Behandlungsgrundsätze Schilddrüsenkarzinom

Die nachfolgenden Behandlungsgrundsätze orientieren sich an den aktuellen Leitlinien:


Genetik:
Familiäres Medulläres Schilddrüsenkarzinom (FMTC)

Etwa 25% aller MTC sind familiär, es besteht ein autosomal-dominanter Erbgang mit altersabhängiger, hoher Penetranz mit häufiger Manifestation des multiplen endokrinen Neoplasie-Syndrom 2 (MEN-2). Die Erkrankung ist durch Missense Mutationen im RET-Gen bedingt. Das Erkrankungsalter korreliert deutlich mit der jeweiligen Position der Mutationen  im RET-Gen. 

Die familiäre Mutationsanalyse dient sowohl zur Bestätigung der Diagnose, zur Risikoabschätzung, als auch prädiktiv bei (klinisch unauffälligen) Risikopersonen als Grundlage der Therapie-Entscheidung. Eine Mutationsanalyse ist grundsätzlich auch bei jedem Patienten mit „sporadischem“ MTC erforderlich, da ein negatives Ergebnis sowohl FMTC als auch ein präsymptomatisches MEN-2A Syndrom ausschliesst.
Bei Verdacht auf FPTC oder FMTC wird eine genetische Familienberatung empfohlen.

Familiäres Papilläres Schilddrüsenkarzinom (FPTC)

Eine positive Familienanamnese liegt bei 3-6% aller PTC-Patienten vor. Der Erbgang ist autosomal dominant mit variabler Penetranz, so dass in der Regel weniger als 50% der Verwandten 1. Grades betroffen sind. Es besteht eine genetische Heterogenität, ein spezifisches Gen konnte bisher nicht isoliert werden. Wichtige Assoziationen sind FPTC und multinoduläre Struma (MNG), sowie FPTC und familiäre Polyposis Coli (FAP). Bei 1-2% aller FAP-Familien mit Exon-15 Mutationen im APC-Gen (ausschliesslich Frauen im Alter zwischen 15 und 40 Jahren) findet sich ein PTC. Diagnostische Kriterien für FPTC:

1. PTC bei 2 oder mehr Verwandten ersten Grades

2. MNG bei zumindest drei Verwandten ersten und zweiten Grades eines PTC Patienten

3. PTC bei Patienten unter 33 Jahren

Sekundäre Kriterien: Tumorstadium T4, Metastasen (N1, M1), familiäre Häufung von Schilddrüsenerkrankungen im Adoleszenzalter.


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