Nuklearmedizinische
Klinik, Klinikum Herford
Chefarzt
Dr. med. H. Arlt
Schilddrüse
Schilddrüse und Alter
Schilddrüsenkarzinom
Differenzierte Schilddrüsenkarzinome haben ihren Häufigkeitsgipfel im jüngeren Lebensalter, können aber auch im hohen Alter noch vorkommen.
Der Anteil an undifferenzierten anaplastischen Schilddrüsenkarzinomen nimmt im Alter zu.
Diagnostisch bedeutet dies, dass ein neu aufgetretener Schilddrüsenknoten beim älteren Menschen malignitätsverdächtig ist und einer eingehenden Abklärung (Sonographie, Szintigraphie, Feinnadelpunktion, evtl. histologische Abklärung) bedarf.
Therapie der Wahl des Schilddrüsenkarzinoms ist in jedem Fall die totale Schilddrüsenentfernung (Thyreoidektomie) mit zusätzlicher Entfernung (Dissektion) der Lymphknoten.Bei gesichertem Befall eines Lymphknotens wird der Eingriff durch eine modifizierte Neck-dissection auf der Tumorseite ergänzt.
Die Radioiodtherapie wird in üblicher Weise angeschlossen. Für ältere Patienten ist die Phase der Hypothyreose oftmals belastender als für jüngere Menschen.
Im Falle eines papillären Mikrokarzinoms wird beim älteren Patienten aufgrund einer schlechteren Prognose die beim jungen Patienten geübte Praxis eines begrenzten Eingriffes (Hemithyreoidektomie) nicht empfohlen.
Beim anaplastischen Karzinom ist die möglichst frühzeitige und radikale operative Entfernung des Tumors von besonderer prognostischer Bedeutung, da dieser Tumortyp einer Radioiodtherapie nicht zugänglich ist.
Eine perkutane Nachbestrahlung wird bei fortgeschrittenen Tumoren (T4-Stadien) und beim undifferenzierten Karzinom zur Verhinderung eines Lokalrezidivs generell empfohlen.