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Applikation jodhaltiger Röntgenkontrasmittel (oder Medikamente) 
bei Patienten mit Schilddrüsen-Erkrankungen
Die Abschätzung des individuellen Risikos der Entwicklung einer iodinduzierten Hyperthyreose durch exzessive Iodzufuhr
(z.B. Röntgenkontrastmittel) ist auch bei Vorliegen einer kompletten Schilddrüsen-Diagnostik (Sonographie, Szintigraphie,
Laborwerte) unsicher. 
Eine latente oder manifeste Hyperthyreose wird durch normales TSH-basal ausgeschlossen, die manifeste Hyperthyreose 
durch zusätzliche fT3- und fT4-Bestimmung bestätigt.
Sofern möglich, sollten aternative Methoden eingesetzt werden (z.B. MR) oder eine Kontrastmittel-Untersuchung verschoben
werden. 
Vor Gabe gallegängiger Kontrastmittel (z.B. orale Cholezystographie) oder Gabe jodhaltiger Medikamente (z. B. Amiodaron) 
sollte eine definitive Therapie (Radiojodtherapie oder Operation) erfolgen.

Vorgehen, um das Risiko iodinduzierter Schilddrüsenfunktionsstörungen zu minimieren:

Diffuse Struma bei jüngeren Patienten (< 40 J.) ggfs. mit medikamentöser Therapie (Iodid, Thyroxin) 
- KM-Gabe möglich 

Hypothyreose, Thyreoiditis, mit oder ohne Therapie 
- KM-Gabe möglich 

Hyperthyreose unterschiedlicher Genese, unter thyreostatischer Medikation kompensiert 
- KM-Gabe möglich (Kontrollen erforderlich) 

Schilddrüsenkarzinom, keine Radioiodtherapie geplant 
- KM-Gabe möglich 

Schilddrüsenkarzinom, Radioiodtherapie in naher Zukunft geplant (z.B. 1-3 Monate) 
- KM-Gabe ggfs. ungünstig (Rücksprache) 

Noduläre Struma und Struma des älteren Menschen (> 50 J.) mit oder ohne Medikation 
- Cave KM (Autonomie möglich) 

Hyperthyreose, noch unbehandelt oder bisher unbekannt (cave oligosymptomatische Altershyperthyreose) 
- KM kontraindiziert 

Ist eine Iod- bzw. KM-Gabe bei latenter Hyperthyreose bzw. Autonomie (Knotenstruma) kurzfristig 
unausweichlich, so kann die Schilddrüse vorübergehend blockiert bzw. eine thyreostatische 
Medikation prophylaktisch für kurze Zeit durchgeführt werden. 
Die Auslösung oder Verschlechterung einer Hyperthyreose durch Iod bzw. KM erfolgt mit einer 
Verzögerung zwischen 2-6 Wochen. Daher ist eine Kontrolle der Schilddrüsen-Funktionsparameter 
z.B. nach 3 und 6 Wochen nach Iodgabe hausärztlicherseits erforderlich.

Thyreotoxische Krise: 
Die thyreotoxische Krise ist als iodinduzierte Hyperthyreose insbesondere bei älteren Menschen 
häufiger letal (Dunkelziffer). Bei Prädisposition (z.B. latente Hyperthyreose bei Autonomie) muß nach 
KM-Gabe in bis zu 20 % mit iodinduzierter Hyperthyreose gerechnet werden. Diese tritt erst mehrere 
Wochen nach der KM-Gabe auf und ist oft schwer behandelbar. Auch unter maximaler Therapie 
beträgt die Letalität der thyreotoxischen Krise 50 % oder mehr.
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