Anwendung der Positronen-Emissions-Tomographie (PET)
als effizientes, dosissparendes Diagnoseverfahren
Auszug aus der Empfehlung der Strahlenschutzkommission, verabschiedet in der 184. Sitzung der Strahlenschutzkommission am 31. März/01. April 2003
Nach §
80 Abs. 1 StrlSchV stellt der Arzt die rechtfertigende Indikation, wenn der
gesundheitliche
Die
F-18-FDG-PET ist inzwischen ein international anerkanntes Verfahren in der
Onkologie,
Der
Wissenschaftsrat hat am 13.07.2001 zur Anwendung der PET festgestellt, dass sich
das
Die
jüngsten Empfehlungen zu PET in der Onkologie wurden kürzlich publiziert [8].
Indikation Fragestellung
-Schilddrüsenkarzinom Re-Staging in radioiod-negativen Läsionen
-Ösophaguskarzinom Staging Lymphknoten und Fernmetastasen
-Pankreaskarzinom Differentialdiagnose (Entzündung versus Tumor)
-Kolorektale Karzinome Re-Staging bei Rezidivverdacht (z.B. Anstieg des Tumormarkers im Blut)
-Hals- und Kopf-Tumoren Lymphknoten-Staging, Diagnose eines Rezidivs, CUP-Tumoren
-Lungen-Tumoren Differentialdiagnose (benigne/maligne) von pulmonalen Läsionen bei Patienten mit erhöhtem
Operationsrisiko, Lymphknotenstaging (NSCLC), Extrathorakales M-Staging, Rezidiv
-Hochmalignes (aggressives)
Non-Hodgkin-Lymphom Therapiekontrolle
-Malignes Melanom Rezidivdiagnostik oder Verlaufskontrolle in pT3- und pT4-Tumoren oder nach Metastasen
-Hirntumoren
(hochmaligne Gliome) Differenzierung zwischen Narbe und Rezidiv, Feststellung einer
Tumor-Entdifferenzierung, Lokalisation für Tumor-Biopsie
Weiterhin wurden sogenannte 1b-Indikationen erarbeitet (klinischer Nutzen wahrscheinlich,
Datenlage noch unzureichend): Hierbei handelt es sich derzeit um 14 gezielte Indikationen z.B. beiSchilddrüsenkarzinom, Pankreaskarzinom, kolorektalen Tumoren, Mammakarzinom,
Lungentumoren, Morbus Hodgkin, anderen malignen Lymphomen, malignem Melanom sowie Knochen- und Weichteiltumoren.In anderen europäischen Ländern (z.B. Belgien, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Italien,
Niederlande, Schweiz, Spanien) ist PET bei zahlreichen Indikationen, insbesondere auch in der Onkologie, inzwischen Standard in der Krankenversorgung.Die
neueste von der Österreichischen Ärztekammer herausgegebene „Orientierungshilfe
Radiologie"
Die Strahlenschutzkommission gibt deshalb folgende Empfehlungen:
Um die Einhaltung der Grundsätze des Strahlenschutzes zu gewährleisten, werden die verantwortlichen
Institutionen im Gesundheitswesen aufgefordert, die klinische Anwendung von F-18-FDG-PET bei wissenschaftlich gesicherten und medizinisch akzeptierten Fragestellungen für jeden Patienten in Deutschland zu ermöglichen. Dies steht in Übereinstimmung mit der Empfehlung des Wissenschaftsrates von 2001 und in Übereinstimmung mit der inzwischen gängigen Praxis in anderen europäischen Ländern (z.B. Belgien, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Niederlande, Schweiz, Spanien).Literatur
[1] Verordnung über den Schutz vor Schäden durch ionisierende Strahlen (Strahlenschutzverordnung – StrlSchV) vom 20.07.2001 (BGBl. I S.1714), geändert durch Artikel 2 der Verordnung zur Änderung der Röntgenverordnung und anderer atomrechtlicher Verordnungen vom 18.06.2002 (BGBl. I S. 1869)
[2] Strahlenschutzkommission beim Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit: Anwendung dosissparender kurzlebiger Radiopharmaka in der nuklearmedizinischen Diagnostik. Stellungnahme der Strahlenschutzkommission. Verabschiedet
in der 147. Sitzung am 03./04.07.1997. Veröffentlichungen der Strahlenschutzkommission Band 41, S. 49
[3] Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit: Strahlenschutz in der Medizin - Richtlinie nach der Verordnung über den Schutz vor Schäden durch ionisierende Strahlen (Strahlenschutzverordnung – StrlSchV) vom 22. Juni 2002 (BAnz. Nr. 207a)
[4] Wissenschaftsrat: Stellungnahme zur Positronen-Emissions-Tomographie (PET) in Hochschulkliniken und außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Drs. 4932/01 vom 13. Juli 2001
[5] Reske, S.N. et al.: Klinische Wertigkeit der Positronen-Emissions-Tomographie (PET) bei onkologischen Fragestellungen: Ergebnisse einer interdisziplinären Konsensuskonferenz. Nuklearmedizin 35: 42-52 (1996)
[6] Reske, S.N. et al.: Konsensus – Onko-PET. Nuklearmedizin 36: N 45-46 (DGNNachrichten) (1997)
[7] Reske, S.N. et al.: FDG-PET for clinical use. Results of the 3rd German Interdisciplinary Consensus Conference, „Onko-PET III", 21 July and 19 September 2000. Eur J Nucl Med 28: 1707-1723 (2001)
[8] Reske, S.N.: Bericht des Arbeitsausschusses PET und der 3. Onko-PETKonsensuskonferenz. Nuklearmedizin 41: N 4 (DGN-Nachrichten) (2002)
[9] Kuwert, T. et al.: Klinische Wertigkeit der Positronen-Emissions-Tomographie in der Neuromedizin – Positionspapier zu den Ergebnissen einer interdisziplinären Konsensuskonferenz. Nervenarzt 69: 1045-1060 (1998)
[10] Schwaiger et al.: Indikationen für die klinische Anwendung der Positronen-Emissions- Tomographie in der Kardiologie. Positionsbericht der Arbeitsgruppe PET-Kardiologie der Deutschen Gesellschaft für Nuklearmedizin und des Arbeitskreises Nuklearkardiologie der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie. Z kardiol 85: 453-468 (1996)
[11] Österreichische Ärztekammer: Orientierungshilfe Radiologie. Wien: ÖAK-Verlag, 2002