Ein bekanntes
oder anzunehmendes thyreoidales Risiko (latente
Hyperthyreose bzw. Autonomie (Knotenstruma)
zur Entwicklung einer jodinduzierten
Hyperthyreose stellt eine Kontraindikation zur Gabe jodhaltiger Kontrastmittel
dar.
Wird
trotz des Risikos aufgrund einer dringlichen klinischen Situation die Indikation
zu einer Kontrastmitteluntersuchung gestellt,
so kann die
Schilddrüse vorübergehend blockiert bzw. eine thyreostatische Medikation
prophylaktisch für kurze Zeit durchgeführt werden.
1 Tage (zumindest
2-4 h vor) und bis zu 1 Woche nach KM-Applikation
Perchlorat ( 50 Trpf. Irenat/Tag
).
Zusätzlich thyreostatische Medikation
beginnend 1 Tag vor KM-Gabe (etwa 14 Tage lang, ggfs.
länger, abhängig von der KM-Kinetik)
20 - 40
mg Thiamazol / Tag bzw.
30 - 60 mg Carbimazol / Tag.
evtl. kann zusätzlich
Lithium eingesetzt werden.
Die Auslösung oder Verschlechterung einer
Hyperthyreose durch Iod bzw. KM erfolgt mit einer Verzögerung zwischen 2-6
Wochen. Daher ist eine Kontrolle der Schilddrüsen-Funktionsparameter z.B.
nach 3 und 6 Wochen (bei Gabe lipophiler Kontrastmittel auch über Monate) nach
Iodgabe hausärztlicherseits erforderlich.
Eine
entsprechende Mitteilung an den weiterbehandelnden Arzt ist unbedingt
notwendig.
Quellen:
Herrmann,J.
Prophylaxe der Jodinduzierten Hyperthyreose. DMW 1991, 116. Jg., Nr. 3
B.Saller,K.Mann,Jodinduzierte
Hyperthyreose. Der Nuklearmediziner, Nr 5, 18(1995)266-274
Schicha,H. Arztinformation zur Applikation jodhaltiger Röntgenkontrastmittel
bei Patienten mit Schilddrüsenerkrankungen 05.12.02