Die Basedow-Krankheit der Schilddrüse
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Die
Basedow-Krankheit der Schilddrüse ist eine Autoimmunerkrankung, bei
der das Abwehrsystem des Körpers "allergisch" gegen körpereigenes
Gewebe reagiert.
Was ist die Basedow-Krankheit?
Die Basedow-Krankheit kann sehr unterschiedlich verlaufen. Symptome können sein: Schmerzlose Vergrößerung der Schilddrüse (Kropf). Viele Patienten klagen dann über ein Kloßgefühl im Hals und können enge Kragen oder Halsketten nicht vertragen.
Schilddrüsenüberfunktion: Patienten berichten oft über Nervosität, Schlafstörungen, Zittrigkeit, Schweißausbrüche, Gewichtsverlust, Durchfälle, Haarausfall, Muskelschwäche. Patienten im fortgeschrittenen Lebensalter haben oft vergleichsweise diskrete Beschwerden und fallen erst durch Herzbeschwerden auf.
Augensymptome: Bei einigen Patienten kann zu einem Fremdkörpergefühl in den Augen, Augentränen und Blendungsempfindlichkeit kommen. Durch Entzündung der Augenmuskeln kann es zu Doppelbildern kommen. Das Gewebe in den knöchernen Augenhöhlen kann anschwellen. Dies führt es zu einem hervortreten der Augen.
In
der Regel zunächst mit Medikamenten, dann aber auch mittels Schilddrüsenoperation
oder Radiojod.
Wichtig
ist:
Meiden Sie eine unnötige Jodzufuhr, bis die Krankheit zu Ende behandelt ist.
Lassen Sie auch nach erfolgreicher Behandlung die Funktion Ihrer Schilddrüse mindestens einmal pro Jahr kontrollieren. Auch wenn dies mit zunehmender Zeit immer unwahrscheinlicher wird, kann die Basedow-Krankheit auch nach Jahren noch wieder aufflammen.
Lassen Sie sich augenärztlich überwachen, wenn bei Ihnen die oben beschriebenen Augensymptome (Fremdkörpergefühl, Brennen, Tränen) auftreten. Wird die Behandlung der Augen unnötig verzögert, so drohen u. U. bleibende Schädigungen Ihres Sehvermögens.
Die Schilddrüsenüberfunktion wird behandelt durch Medikamente, die die Produktion von Hormon durch die Schilddrüse hemmen.
Zusätzlich gibt man oft Betablocker um die durch Stresshormon vermittelten Folgen einer Schilddrüsenüberfunktion zu mildern.
Der Einsatz von Glukokortikoiden (Cortison) beim Auftreten von Augensymptomen (z. B. hervortreten der Augen, Auftreten von Doppelbildern) ist eine weitere medikamentöse Begleitbehandlungsform.
Hautausschlag oder Hautjucken (1-5 %). Bitte verständigen Sie davon Ihren Arzt. Diese Symptome verschwinden in der Regel nach einem Umsetzen des Medikaments, u. U. auch trotz Fortführung desselben Medikaments.
Anstieg der Leberwerte, in der Regel nur vom Arzt anhand einer Blutprobe bemerkt.
Verminderung der Zahl der weißen Blutkörperchen. Hinweise können sein: unklares Fieber, Mandel- und Rachenentzündungen. Suchen Sie sofort Ihren Arzt auf, wenn diese Beschwerden auftreten.
Kommt
es nach entsprechend langer medikamentöser Behandlung - zumeist über
12 bis 18 Monate - nicht zu einem Stillstand der Erkrankung, so empfiehlt
sich die "definitive" Behandlung der Krankheit durch Radiojod oder Schilddrüsenoperation.
Ziel beider Behandlungen ist es, die Menge an Schilddrüsengewebe so
weit zu vermindern, dass der verbliebene Schilddrüsenrest nicht
mehr Hormon produzieren kann, als vom Körper benötigt wird.
Bei der Operation wird der überwiegende Teil des Schilddrüsengewebes bis auf einen kleinen Rest durch einen Hautschnitt am Hals entfernt.
Vorteile der Schilddrüsenoperation sind:
Sofortige Beseitigung der Schilddrüsenüberfunktion.
Wirksame Verkleinerung großer Schilddrüsen.
In ca. l - 4 % Beschädigung eines oder beider Stimmbandnerven mit der Folge einer heiseren, tonlosen Stimme (wichtiger Gesichtspunkt für Patienten mit "sprechenden" Berufen!).
In ca. l % Schädigung der Nebenschilddrüsen mit der Folge eines zu niedrigen Blutkalziumspiegels, der eine u. U. lebenslange Behandlung mit Kalziumtabletten und Vitamin-D-Präparaten erfordert.
Bei der Radiojodbehandlung schluckt der Patient eine Kapsel mit einer individuell berechneten Menge an radioaktivem Jod. Dies muss aus Strahlenschutzgründen unter stationären Bedingungen in speziell hierzu ausgestatteten Kliniken erfolgen.
Vorteile der Radiojodbehandlung sind:
Schonende Behandlung ohne Wundschmerz und Narkoserisiko.
Wiederholbarkeit, bis zu drei und mehr Behandlungen sind möglich, auch nach vorausgegangener Schilddrüsenoperation.
Nachteile
der Radiojodbehandlung sind:
Voller Wirkungseintritt erst nach ein bis drei Monaten, und nicht immer schon nach der ersten Behandlung.
Eine Schwangerschaft sollte innerhalb der ersten sechs Monate nach Behandlung vermieden werden.
Eine
Erhöhung des Krebsrisikos wurde zwar immer wieder diskutiert, konnte
jedoch trotz Behandlung großer Patientenzahlen seit Beginn der 50er
Jahre bis heute nicht belegt werden.