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Verfahrensweise für die Iod-131-Ganzkörperszintigraphie beim
differenzierten Schilddrüsenkarzinom
Die 131-Jod-Ganzkörperszintigraphie dient:
zum diagnostischen Nachweis oder Ausschluss von Restschilddrüsenanteilen im Anschluß an eine Operation bei differenzierten Schilddrüsenkarzinomen,
zur therapeutischen ergänzenden Entfernung postoperativ festgestellter Restschilddrüsenanteile
und im weiteren
Verlauf zum Nachweis oder Ausschluss iodspeichernder Rezidive oder
iodspeichernder Metastasen.
Diese funktionelle Bildgebung besitzt einen hohen klinischen Stellenwert.
Die Untersuchung erfolgt aus Gründen des Strahlenschutzes unter
stationären Bedingungen in speziell hierzu eingerichteten Stationen.
Patientenvorbereitung
Keine Schilddrüsenhormon-Behandlung.
Die Sensitivität der Ganzkörperszintigraphie ist vom TSH-Spiegel
abhängig, günstig ist ein basales TSH >30 mU/l. Dieser
TSH-Basalspiegel kann 4–6 Wochen nach Schilddrüsenoperation oder nach
Absetzen einer Schilddrüsenhormonbehandlung erzielt werden.
Wenn postoperativ relevantes Restschilddrüsengewebe verblieben ist, ist bei
der ersten Radioiod-Therapie ein basales TSH <30 akzeptabel.
Keine stark iodhaltigen Medikamente (z.B. iodhaltige
Röntgenkontrastmittel, iodhaltige Desinfektionsmittel, Iodid-Medikation,
iodhaltige Augentropfen) oder Nahrungsmittel vier Wochen vor der
Untersuchung. Nach erhöhter Iodexposition sollte auf ein ausreichendes
Zeitintervall bis zur Ganzkörperszintigraphie geachtet werden.
Reichliche Mahlzeiten können die Resorption des oral applizierten
Radioiods vermindern. Die Patienten sollten daher vier-sechs Stunden vor
sowie eine Stunde nach der oralen Radioiodapplikation nüchtern bleiben.
Wechsel der Kleidung vor Durchführung der Ganzkörperszintigraphie, um Artefakte durch Kontamination in der Kleidung zu vermeiden.
Vorsichtsmaßnahmen
Ausschluss einer Schwangerschaft.
Untersuchungen mit Iod-131 bei sezernierender Mamma sollten um mindestens
zwei Wochen verschoben werden, um die Strahlenexposition der Brust zu
verringern.
Das Stillen ist nach einer Iod-131-Applikation zu beenden, um die
Strahlenexposition des Kindes auf weniger als 1 mSv zu begrenzen.
Schriftliche Dokumentation des Einverständnisses (siehe Merkblatt
zur Radioiodtherapie beim differenzierten Schilddrüsenkarzinom)
Anregung des Speichelflusses, um die Strahlenexposition der Speicheldrüse zu vermindern
Radiopharmaka
Verwendet wird Iod-131mit einer Aktivität
von 370 MBq.
Ist aufgrund eines ansteigenden Thyreoglobulinspiegels und einer negativen
Iod-131-Szintigraphie der V. a. nicht-iodspeichernde Metastasen
begründet, besteht die Möglichkeit einer unspezifischen
Tumorszintigraphie mit Thallium-201-Chlorid oder mit
Technetium-99m-Sestamibi oder einer Positronen-Emissions-Tomographie (
PET) mit Fluor-18-Fluorodeoxyglucose.
Potentielle Vorteile der unspezifischen Tumorszintigraphien sind:
Speicherung in der Mehrzahl der
iodnegativen Metastasen
Keine Vorbereitung des Patienten. Die Schilddrüsenhormon-Medikation muß nicht abgesetzt werden, der Nachweis von Metastasen ist bei supprimiertem TSH-Basalspiegel möglich.
Datenakquisition
Positionierung:
Rückenlage, leichte Reklination des Kopfes
Zeitpunkt
der Ganzkörperszintigraphie: Die
Iod-131-Ganzkörperszintigraphie wird 48, besser 72 Stunden nach der
Iod-Applikation angefertigt.
: Die Szintigramme bilden in ventraler und dorsaler Sicht den ganzen Körper ab. Bei planaren Einzelaufnahmen dauern die Aufnahmen mindestens 5–10 Minuten pro Sichtfeld dauern, bei Ganzkörperaufnahmen mindestens 30 Minuten pro Körperlängsbahn.